Europas Stahlindustrie vor tiefgreifenden Wandel
Hohe Energiekosten und internationale Konkurrenz setzen die Branche unter Druck
Laut einer Studie von PwC wird die klassische Hochofenproduktion in Europa bis 2040 wirtschaftlich unattraktiv.
Chancen sieht die Studie des Beratungsunternehmens für die europäische Stahlindustrie vor allem in Recycling, internationalen Lieferpartnerschaften und spezialisierten Produkten mit hoher Wertschöpfung.
PwC untersuchte drei mögliche Entwicklungspfade: eine weitgehende Verlagerung der Primärstahlproduktion ins Ausland, einen ausgewogenen Übergang mit europäischen Produktionskapazitäten und Importen sowie eine weitgehend eigenständige europäische Versorgung. Welcher Weg sich durchsetzt, hängt wesentlich von Energiepreisen, Industriepolitik und den Kosten CO₂-armer Verfahren ab.
Laut der Studie könnten die Produktionskosten für CO₂-armen Stahl in den Golfstaaten und Indien deutlich unter jenen europäischer Hersteller liegen. Gleichzeitig wurden rund die Hälfte der angekündigten europäischen Green-Steel-Projekte verschoben, gestoppt oder verkleinert.
Für Europa sieht PwC Potenzial bei Sekundärstahl aus Schrott sowie bei spezialisierten, wissensintensiven Produkten. Stahlverarbeiter sollen sich stärker über Konstruktion, Präzision, Zertifizierung und Systemintegration differenzieren. Auch der Mittelstand müsse sich frühzeitig den Zugang zu wettbewerbsfähig produziertem CO₂-armem Stahl sichern.