Australische Metallverarbeiter setzen auf Qualität

Australische Metallverarbeiter setzen auf Qualität

Juni 2017

Die australische Metallschneid- und -bearbeitungsindustrie bleibt standhaft – trotz der Schwierigkeiten, die ihr durch den Wegzug grosser Autohersteller und durch Konkurrenz aus China entstehen.

Die australische Metallbearbeitungs- und Fertigungsindustrie scheint gut in Form zu sein. Dies, obwohl im letzten und auch in diesem Jahr drei grosse Autohersteller das Land verlassen haben: Ford, General Motors Holden und Toyota. Schätzungsweise 50 000 Arbeitsstellen sind damit verschwunden – vor allem in Victoria, dem traditionell wichtigsten Fertigungszentrum Australiens, und in Südaustralien. Allerdings waren die Laserschneid- und Metallbiegeunternehmen nicht so stark von den Autoherstellern abhängig und konnten sich ihren in den Augen vieler «einigermassen gesunden Zustand» bewahren.   

Einer der Hauptfaktoren war – das mag zwar ironisch klingen – die relativ geringe Grösse der australischen Industrie. Aber es war ein langer Kampf. Die australische Fertigungsindustrie kam durch China und in jüngerer Zeit auch Vietnam stark unter Druck. Denn die Industrieproduktion in Asien profitierte von niedrigen Löhnen und einem globalen Markt. Inzwischen sind zwar die Grösse und Stärke der chinesischen Industrie nicht geringer geworden, aber die Arbeiterlöhne sind stark gestiegen. Für die australische Metallbearbeitungs- und Fertigungsindustrie heisst das, dass sie sich gerade die Grösse Chinas zunutze machen kann. Denn in China ist man oft weniger bereit oder weniger fähig, kleinere Aufträge auszuführen. Das bietet Australien die Chance, einzuspringen und mit höherer Qualität und Detailgenauigkeit zu punkten. Dank Investitionen in neuere und effizientere Technologien sind australische Unternehmen sowohl preislich als auch qualitativ konkurrenzfähig. Auch haben australische Abnehmer von Waren aus China Schwierigkeiten mit chinesischen Qualitätskontrollen bekundet. Oder auch mit Produktionsverzögerungen, die offensichtlich darauf zurückzuführen waren, dass kleinere Aufträge durch grössere verdrängt wurden.

Eingehen auf die Kunden 

Viele Unternehmen im Laserschneid-, Biege- und Schweisssektor sind jedoch in Schwierigkeiten oder sogar Konkurs geraten. Adrian Boden, Chief Executive der South East Melbourne Manufacturers Alliance, erklärt: Sie haben es zum Teil versäumt, sich dem technologischen Wandel der Branche zu stellen und in die neue Ausrüstung zu investieren, die es für die aktuellen Herausforderungen braucht.   «Erfolgreiche Unternehmen bieten heute ihren Kunden und deren Kundschaft einen Mehrwert. Das beinhaltet zum Beispiel, dass man den Kunden Vorschläge zur Verbesserung ihrer Produkte macht und sie bei der Umsetzung unterstützt», sagt Boden. Er mahnt alle Mitglieder seiner Organisation – einschliesslich der sogenannten «Metal Bashers» («Metallaktivisten») –, sich eingehend mit ihren Kunden und deren Tätigkeit zu befassen und ihnen Konstruktionsänderungen oder alternative Verfahren vorzuschlagen.

Die Mehrwertbotschaft rüberbringen 

Als Beispiel nennt er oft ein kleines australisches Unternehmen – wenn auch aus einer ganz anderen Branche. Es importierte jeweils eine hochstehende Zahnpasta, die von Zahnärzten verwendet wird, aus Deutschland. Die Australier wollten diese Zahnpasta verbessern. Sie entwickelten eine neue Methode zu deren Herstellung und heute verkaufen sie die Zahnpasta nach Deutschland und in andere Länder. Boden meint, seine Mehrwertbotschaft komme zwar in allen Branchensektoren rüber, aber es brauche mehr Zeit, als ihm lieb sei.   Allgemein lässt sich sagen, dass sich erfolgreiche hiesige Unternehmen wie Digga, ein Bystronic Kunde ausserhalb von Brisbane, in ihren Märkten im In- und Ausland behaupten, weil sie auf Folgendes setzen: auf die Qualität ihrer Produkte, auf die schnelle und kompetente Reaktion ihrer Serviceorganisation und auf die enge Beziehung zu ihren Kunden.

Im ByWorld 1.17 erfahren Sie mehr über den australischenKunden Digga 

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